Dateitransfer auf snafu FTP-Server

Übertragung großer Dateien mit FTP

Die Verbreitung der Email-Kommunikation führt zunehmend zu der Versuchung, auch Dateien als Anhänge oder Attachements per Email zu versenden. Das ist eine sehr praktische und einfache Lösung. Solange es hierbei nur um kleinere Dateien bis zu einigen 100 kB geht, ist das auch weitgehend praktikabel. Bei größeren Dateien entstehen dabei jedoch mindestens zwei gravierende Probleme.

Problemlage

Da das Email-Protokoll ursprünglich nur für Textübertragung entwickelt wurde (7-bit-Code), ist es nur über Umwege (Umcodierung) in der Lage, überhaupt Dateien (8-bit-Code) zu übertragen. Dies geschiet jedoch entsprechend langsam und störanfällig. Zudem werden die zu versendenden Dateien durch das erforderliche Umcodieren nochmals um bis zu einem Drittel vergrößert.
Das andere Problem besteht darin, dass viele Mailserver und Email-Boxen im Internet mit Volumenlimits arbeiten. So werden Email ab einer bestimmten Größe nicht mehr weitergeleitet bzw. “passen” nicht mehr in die Email-Box des Empfängers. Da Email beim Abholen in der Regel sequentiell nach Eingangsdatum ausgelesen werden können bzw. ganz abgewiesen werden.

Unser Lösungsvorschläge

Direkter Dateitransfer

Zur gelegentlichen oder auch regelmäßigen Übertragung größerer Dateien sollte daher geprüft werden, ob eine direkte Datenkommunikation zwischen Versender und Empfänger sinnvoll und möglich ist. Verfügen beide Seiten über ISDN-Anbindung, können auf diesem Weg durchaus Datenraten bis zu 300kB/s (kanalbündelung,Kompression) erreicht werden, die auch ein kurzes Ferngespräch rechtfertigen.

Dateitransfer per FTP-Server

Ist dies nicht möglich, bietet sich ein FTP-Server als gemeinsamer “Austausch-Briefkasten” an. Die meisten FTP-Server verfügen für solche Zwecke über speziell ausgewiesene Ablagebereiche, die dafür frei genutzt werden können. Diese Verzeichnisse sind in der Regel unter der Bezeichnungen /pub/incoming oder auch pub/transfer eingerichtet.

Deren Besonderheit besteht darin, dass jeder Nutzer in dieses Verzeichnis Dateien ablegen kann, diese aber für andere nicht sichtbar sind. Nur derjenige, der genau die Bezeichnung der Dateien kennt, kann sie von dort auch wiederabholen.

Unter Zuhilfenahme des FTP-Servers von Inter.net würde ein derartiger Dateitransfer also wie folgt ablaufen.

Versand:

1. Verbindungsaufbau mit einem Ftp Programm (WS_FTP, Transmit, commandline)

Server/hostname: ftp.snafu.de
 username: anonymus oder ftp
 passwort: <USERNAME>@snafu.de

2. Wechseln Sie in das Transfer-Verzeichnis “/pub/transfer”. Legen Sie dort einen Ordner/Verzeichnis an z.B. Username

3. Wechseln Sie in den angelegeten Ordner/Verzeichnis. Übertragen Sie nun Ihre Dateien unter etwas kryptischen Dateinamen in diesen Ordner/Verzeichnis (z.B. dat1234w.exe).

4. Versenden einer Email mit den oben genannten Daten (Server,Verzeichnisse,Dateiname) an den Empfänger

Empfang:

1. Verbindungsaufbau (wie unter dem Punkt Versand erklärt).

2. Wechseln in das Transfer-Verzeichnis “/pub/transfer/…usw”

3. Herunterladen der Datei unter Verwendung des detaillierten Dateinamens (z.B. dat1234w.exe).

4. Löschen der Datei vom FTP-Server.

Wenn öfter oder in großer Anzahl Dateien zu übertragen sind, sollte im Verzeichnis /pub/transfer ein eigenes, kryptisches Unterverzeichnis angelegt werden. Dort werden dann jeweils die dateien deponiert. Jetzt kann beim Versand auf den Schritt 4 weitgehend verzichtet werden. Dem Empfänger muß nur der Name des speziellen Unterverzeichnisses bekannt sein, bzw. bekannt gemacht werden. In diesem nur Ihm bekannten Verzeichnis, sind die Dateien nämlich wieder sichtbar. Über dieses “eigene” Transfer-verzeichnis ist auch ein beiderseiteiger Datenaustausch bequem abzuwickeln.

Dieses Verfahren hat eine Reihe von Vorteilen:

  • schnellere und stabilere Datenübertragung mit Erfolgskontrolle
  • Nachladen der Daten bei übertragungsstörungen möglich
  • kein Emailaccount (POP-Mailkonto mit Paßwort) erforderlich, da die Kenndaten auch per Telefon übermittelt werden können
  • höhere Datensicherheit, da nur ein einziges Serversystem beteiligt ist (bei Email mindestens 2, oft aber mehr).