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Wenn das Lager mitdenkt: Wie NIERUF seine Logistik Schritt für Schritt automatisiert

Wer heute als Onlinehändler wächst, braucht eine Logistik, die mitwächst. Genau vor dieser Herausforderung stand auch die NIERUF GmbH. Statt auf Platzmangel oder steigende Auftragszahlen zu reagieren, entwickelte das Unternehmen proaktiv eine langfristige Automatisierungsstrategie. Gemeinsam mit snafu entstand so Schritt für Schritt eine moderne Lagerlogistik. Von den ersten digitalisierten Lagerprozessen mit Hänel-Liften bis hin zur Integration eines AutoStore-Systems und weiteren geplanten Automatisierungsschritten mit Pickrobotern.
Nieruf Autostore Ansicht

Was du in diesem Beitrag erfährst

  • Wie NIERUF seine Lagerkapazität für zukünftiges Wachstum erweitert hat.
  • Wie AutoStore und JTL-WMS im Zusammenspiel funktionieren.
  • Wie ein Automatisierungsprojekt von der Analyse bis zum Go-live abläuft.
  • Welche technischen Herausforderungen bei der Einführung zu berücksichtigen sind.
  • Welche Vorteile AutoStore im täglichen Lagerbetrieb bietet.
  • Wie die Automatisierungsstrategie bei NIERUF in den nächsten Jahren weiter ausgebaut wird.
  • Wie ein AutoStore-System funktioniert.
  • Warum sich Unternehmen für AutoStore entscheiden.
  • Wie die Einführung eines AutoStore-Systems mit JTL-WMS abläuft.

Die Herausforderung: Mehr Wachstum, gleiche Fläche

Die NIERUF GmbH entwickelt und vertreibt Industriearmaturen sowie individuelle Sonderlösungen für Kunden aus unterschiedlichsten Industriezweigen. Das Unternehmen setzt auf eine hohe Produktverfügbarkeit und schnelle Lieferzeiten. Ein Anspruch, der mit dem kontinuierlichen Wachstum und einem stetig steigenden Artikelsortiment auch die Anforderungen an die Lagerlogistik erhöht.

Bereits früh war klar, dass eine klassische Lagererweiterung allein langfristig nicht ausreichen würde. Gesucht war daher eine Lösung, die nicht nur zusätzlichen Lagerplatz schafft, sondern gleichzeitig Kommissionierungsprozesse beschleunigt, Laufwege reduziert und die Grundlage für weiteres Wachstum legt.

Dabei entschied sich NIERUF bewusst gegen eine kurzfristige Lösung. Obwohl sich die Investition in ein automatisiertes Lagersystem zum damaligen Zeitpunkt wirtschaftlich noch nicht vollständig gerechnet hätte, fiel die Entscheidung zugunsten einer zukunftsorientierten Strategie. Ziel war es, die Logistik so früh wie möglich so aufzustellen, dass sie das geplante Unternehmenswachstum der kommenden Jahre zuverlässig unterstützt.

Die Lösung: Schritt für Schritt zum automatisierten Lager

Die Entscheidung für ein automatisiertes Lagersystem war daher kein spontaner Schritt, sondern Teil der langfristigen Strategie. Bereits einige Jahre zuvor hat NIERUF gemeinsam mit snafu begonnen, die Lagerprozesse zu digitalisieren. Den Anfang machte die Integration von Hänel-Lagerliften in JTL-WMS. Dadurch konnten Lagerbewegungen digital gesteuert und die vorhandene Lagertechnik optimal in die Warenwirtschaft eingebunden werden.

Mit dem Wachstum des Unternehmens rückte schließlich die nächste Ausbaustufe in den Fokus. Nach der Bewertung verschiedener ähnlicher Systeme entschied sich NIERUF für AutoStore. Ausschlaggebend waren dabei die Skalierbarkeit, die hohe Flächeneffizienz und die Möglichkeit, die Lösung langfristig weiter auszubauen. Obwohl die Investition zunächst ein großer Schritt war, stand für das Unternehmen die Zukunftssicherheit in Bezug auf das erwartete Wachstum der kommenden Jahre im Vordergrund.

Die Umsetzung: Lagertechnik, IT und Prozesse perfekt aufeinander abgestimmt

Nach der Planungsphase begann die technische Umsetzung des Projekts. Während AutoStore die Lagertechnik bereitstellte, sorgte snafu für die Integration in die bestehende JTL-Systemlandschaft und schuf die technische Grundlage für einen stabilen Betrieb.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die IT-Infrastruktur. Da der AutoStore-Controller ausschließlich auf einer lokalen Serverumgebung betrieben werden kann, wurde bei NIERUF eine entsprechende Inhouse-Serverlandschaft aufgebaut.

Gleichzeitig mussten Netzwerk, Schnittstellen und Sicherheitsvorgaben sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, damit alle Systeme zuverlässig miteinander kommunizieren. Zu unseren Aufgaben gehörten dabei die Einrichtung der Serverinfrastruktur, die Konfiguration der Datenbanken sowie die Anbindung des AutoStore-Controllers an JTL-WMS. Über einen separaten Applikationsserver kommuniziert JTL-WMS mit dem AutoStore-System und steuert sämtliche Lagerbewegungen automatisiert.

Neben der IT spielte auch die Gebäudetechnik eine wichtige Rolle. Da die im Grid gelagerten Kunststoffbehälter als verdichtete Brandlast gelten, hat Nieruf das Brandschutzkonzept gemeinsam mit der Versicherung abgestimmt. Statt einer klassischen Sprinkleranlage setzt NIERUF auf die Anbindung an die bestehende Brandmeldeanlage sowie auf integrierte Löschkapseln innerhalb der AutoStore-Roboter.

Auch die Lagerorganisation wurde auf das neue System angepasst. Die Artikel werden nicht mehr festen Lagerplätzen zugeordnet, sondern chaotisch eingelagert. Dadurch kann AutoStore jederzeit den optimalen Behälter bereitstellen und verhindert Engpässe, wenn mehrere Arbeitsstationen gleichzeitig auf denselben Artikel zugreifen. Dieses Prinzip sorgt für eine gleichmäßige Auslastung und eine besonders hohe Effizienz im täglichen Betrieb.

Der Aufbau des AutoStore-Systems dauerte rund zwei Monate. Während dieser Zeit wurde das neue System parallel zum bestehenden Lager aufgebaut und getestet. Der eigentliche Go-live verlief ohne Unterbrechung des Versandbetriebs, ein wichtiger Erfolgsfaktor für das laufende Tagesgeschäft. Die technische Umsetzung der Anbindung des AutoStore-Controllers an JTL-WMS ist innerhalb kurzer Zeit möglich, sofern die grundlegende Infrastruktur wie Server und Netzwerkanbindung vorhanden ist. 

Mehr als nur Automatisierung: Prozesse intelligent vorbereiten

Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht allein durch die Autostore-Roboter, sondern durch das Zusammenspiel von Lagertechnik und Warenwirtschaft. JTL-WMS kann Kommissionierungsaufträge bereits vor Arbeitsbeginn an AutoStore übergeben. Das System bereitet die benötigten Behälter automatisch vor und bringt sie in die obersten Ebenen des Grids. Sobald die Mitarbeitenden ihre Picklisten starten, stehen die ersten Artikel bereits an den Arbeitsplätzen bereit. Suchzeiten und unnötige Laufwege entfallen nahezu vollständig.

Diese intelligente Vorbereitung sorgt dafür, dass die eigentliche Kommissionierung deutlich effizienter abläuft und vorhandene Ressourcen optimal genutzt werden.

Das Ergebnis: Eine Logistik, die mit dem Unternehmen wächst

Mit der Einführung von AutoStore hat NIERUF nicht nur zusätzlichen Lagerplatz geschaffen, sondern die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt.

Auf einer Grundfläche von rund 300 Quadratmetern entsteht eine Lagerkapazität, die einer konventionellen Lagerfläche von etwa 4.800 Quadratmetern entspricht. Gleichzeitig profitieren die Mitarbeitenden von kürzeren Laufwegen, einer schnelleren Bereitstellung der Artikel und effizienteren Kommissionierungsprozessen.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich im täglichen Betrieb: Durch die intelligente Lagerstrategie befinden sich rund 80 Prozent der benötigten Artikel bereits in den obersten beiden Behälterebenen. Dadurch müssen die Roboter deutlich seltener tiefer liegende Behälter freilegen, was die Zugriffszeiten erheblich verkürzt und die Kommissionierung zusätzlich beschleunigt.

Auch die Inventur profitiert von der neuen Lagerstruktur. Da JTL-WMS permanent die Bestände verwaltet und Lagerplätze beim Leerpicken direkt bestätigt werden, entfällt die klassische jährliche Stichtagsinventur. Bestände bleiben kontinuierlich aktuell, Inventuraufwände werden reduziert und Unterbrechungen im Tagesgeschäft vermieden.

Blick nach vorn: Das Lager der Zukunft entsteht Schritt für Schritt

Mit dem erfolgreichen Go-live endet die Entwicklung nicht. Die bestehende Infrastruktur wurde bewusst so ausgelegt, dass weitere Automatisierungsschritte problemlos integriert werden können.

Geplant sind unter anderem Pickroboter, die Artikel künftig selbstständig aus den AutoStore-Behältern entnehmen und Verpackungsprozesse weiter automatisieren. Ziel ist eine Logistik, die mit dem Unternehmen wächst und zukünftige Anforderungen flexibel unterstützt. Bereits heute schafft die neue Infrastruktur die technischen Voraussetzungen dafür und bildet das Fundament für die nächsten Ausbaustufen der Lagerautomation. 

Pickroboter_ohne_Palette_1920x1920

Noch für das aktuelle Jahr 2027 geplant: Pickroboter an den AutoStore Stationen

Weitere Einblicke in das Projekt gab es bei einem JTL Webinar: „Volles Lager, kein Platz mehr AutoStore und JTL WMS in der Praxis“.

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Mehr Informationen

FAQ – Grundlagen und Technik des AutoStore-Systems und Integration mit JTL WMS

Wie funktioniert ein AutoStore-System?

AutoStore ist ein automatisiertes „Ware-zum-Menschen“-Lagersystem, das entwickelt wurde, um Lagerfläche besonders effizient zu nutzen. Die Artikel werden in standardisierten Kunststoffbehältern (Bins) gelagert, die in einem Aluminiumgerüst (Grid) übereinandergestapelt werden. Autonome Roboter bewegen sich auf der Oberseite des Grids, entnehmen die benötigten Behälter und bringen sie direkt zu den Kommissionierstationen (Ports). Mitarbeitende müssen dadurch nicht mehr durch das Lager laufen. Die Ware kommt automatisch zum Arbeitsplatz.

Warum entscheiden sich Unternehmen für AutoStore?

AutoStore überzeugt durch seine hohe Flächeneffizienz und Skalierbarkeit. Die Behälter sind in drei Höhen (220, 330 oder 425 mm) erhältlich und können jeweils mit bis zu 30 kg beladen werden. Je nach Bedarf lässt sich das System jederzeit erweitern. Zusätzliche Behälter erhöhen die Lagerkapazität, weitere Roboter oder Arbeitsstationen steigern die Leistung. Moderne Conveyor-Ports erreichen dabei bis zu 240 Behälterbereitstellungen pro Stunde, Karussell-Ports sogar bis zu 350 Behälter pro Stunde. Dadurch eignet sich AutoStore besonders für Unternehmen, die ihre Lagerlogistik langfristig und ohne aufwendige Hallenerweiterungen ausbauen möchten.

Wie läuft die Einführung eines AutoStore-Systems mit JTL-WMS ab?

Am Anfang steht eine detaillierte Analyse der bestehenden Lager- und Auftragsdaten. Auf Basis von Beständen, Warenein- und -ausgängen sowie der gewünschten Leistungsfähigkeit wird ein individuelles Lagerkonzept entwickelt. Mithilfe einer Simulation durch AutoStore wird anschließend das AutoStore-Grid geplant und berechnet, wie viele Behälter, Roboter und Arbeitsstationen benötigt werden, um die angestrebte Pickleistung zuverlässig zu erreichen.

Welche Rolle übernimmt JTL-WMS im AutoStore?

JTL-WMS bildet die zentrale Steuerungsinstanz für alle Lagerprozesse. Die Software verwaltet Bestände, steuert Ein- und Auslagerungen und übergibt Kommissionieraufträge an den AutoStore-Controller. Dieser koordiniert die Roboter, die die benötigten Behälter automatisch zu den Arbeitsstationen transportieren. Durch dieses Zusammenspiel werden Lagerbewegungen optimal geplant und Kommissionierprozesse effizient vorbereitet.

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